Dezember 31st, 2008
Einer der berühmtesten Hollywood-Filme, die die schillernde Welt des Glücksspiels darstellen, ist „Casino“ von Martin Scorsese, der 1995 in die Kinos kam. Eindrucksvoll und spannend erlebt der Zuschauer die Atmosphäre der Spielcasinos im Las Vegas der 70er Jahre, jedoch nicht nur die glanzvolle Fassade, sondern auch authentische Verstrickungen zwischen Glücksspiel und Unterwelt. In der Hauptrolle als mächtiger Casino-Manager„Ace“ Rothstein brilliert Robert de Niro, neben ihm James Wood, Joe Pecsi und in der Rolle des weiblichen Objektes der Begierde Sharon Stone. Der Film basiert auf dem Buch von Nicholas Pileggi, das die Karriere von Frank Lawrence „Lefty“ Rosenthal schildert, einer erst kürzlich, am 13. 10. 2008, verstorbenen Legende des Glücksspiels in Amerika. Geboren wurde Rosenthal 1929 in Chicago. Schon in jungen Jahren kam er mit der Welt des Glücksspiels in Berührung. Chicago war in diesen Jahren eine Metropole des Vergnügens wie auch Verbrechens: Musiker wie Louis Armstrong hatten den Chicago-Jazz weltberühmt gemacht, aber auch Gangster wie Al Capone und John Dillinger. Der junge Rosenthal kam nicht nur mit der Cosa Nostra in Berührung, sondern auch früh mit Pferdewetten, wo er sich schnell einen Ruf und in den folgenden Jahren Reichtum und Macht erwarb. Um gerichtlichen Konsequenzen aus dem Weg zu gehen, verließ er 1961 Chicago und ging nach Miami. Auch hier etablierte er sich und galt schnell als Größe im Glücksspiel. Er realisierte Wetteinsätze von bis zu 15.000 US-Dollar, die er innerhalb einer Saison auf 750.000 US-Dollar zu steigern vermochte. Dies gelang, weil Rosenthal über einen hervorragenden Informationsfluss verfügte, der es ihm ermöglichte, innerhalb kürzester Zeit mit allen großen Buchmachern zu kommunizieren. Aber auch in Miami geriet Rosenthal in Konflikt mit den Behörden, weshalb er zunächst nach Chicago zurückkehrte, dann aber nach Las Vegas zog, wo das Glücksspiel seit den 30er Jahren legal war. Vom Wettbüro „Rose Bowl Sports Book“ aus fing er an, seine Wetten zu platzieren. Dank seines Geschicks und bester Beziehungen gewann Rosenthal fast jede Wette auf die Wochenendspiele und Montagsspiele. Anfang der 70er Jahre begann Rosenthal im Spielcasino als Floor man zu arbeiten. Schnell lernte er, wie Falschspieler und Betrüger zu entlarven sind. Aber als Wichtigstes erkannte er, wie entscheidend der Umgang mit den Gästen ist: “Give them a free drink and a dream, and they give you their wallets” („Gib ihnen ein Freigetränk und einen Traum und sie geben dir ihre Brieftaschen“). <!– @page { margin: 2cm } P { margin-bottom: 0.21cm } –>
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Dezember 30th, 2008
In den USA war das Glücksspiel fast immer eng mit der Unterwelt verflochten. Schon im 19. Jahrhundert begann in vielen Städten das illegale Glücksspiel aufzublühen. Eine zentrale Rolle dabei nahm Chicago, die drittgrößte Stadt der USA, ein. Die Stadt am Michigansee gilt als die Wiege des amerikanischen organisierten Verbrechens. Zu Zeiten der Prohibition wurde zum Beispiel die Verbrechergröße Al Capone mit illegalem Glücksspiel, Prostitution und illegalem Alkoholhandel zum Mythos. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war es vor allem ein Mann, der Chicago prägte und kontrollierte: Michael Cassius McDonald. Geboren wurde er in Niagara Falls, New York. Als 18jähriger kam er nach New Orleans, wo ihn das florierende Glücksspiel faszinierte. Die Idee entstand, dieses Modell in anderen Städten zu etablieren. Ab 1860 lebte McDonald in Chicago und begann, diesen Plan in die Tat umzusetzen. Schnell wurde er zu einer einflussreichen Persönlichkeit. 1867 eröffnete er sein erstes eigenes Glücksspiel-Etablissement. Trotz seiner Konflikte mit der Polizei und Inhaftierungen stieg sein Einfluss. Berühmt wurde er mit „The Store“, das auf mehreren Etagen einen Saloon, ein Hotel, ein Restaurant und ein Spielcasino besaß. Zweifel am Erfolg des Projekts schob Mc Donald beiseite mit dem Spruch: „Don’t worry about it. There’s a sucker born every minute.“ („Mach dir keine Gedanken. Jede Minute wird einer geboren, den man ausnehmen kann.“) Und tatsächlich ging die Rechnung auf - „King Mike“ erwarb Reichtum und Macht. Er kassierte nicht nur in seinem eigenen Unternehmen, sondern auch Anteile des Gewinns aller anderen Glücksspiel-Einrichtungen der Stadt. Wer sich weigerte, musste mit üblen Konsequenzen rechnen. Auch in der Politik mischte King Mike erfolgreich mit. In den 80er Jahren hatte Mc Donald faktisch in allen Bereichen des öffentlichen Lebens von Chicago das Sagen. Ein Spruch kursierte, der zum Ausdruck brachte, in welch hohem Maße er die Stadt kontrollierte: „See Mike.“ („Wende dich an Mike!“) Doch auch King Mike blieb nicht gefeit vor Skandalen. Er kam in die Schlagzeilen, als Ende der 80er Jahre öffentlich gemacht wurde, in welchem Ausmaß Mc Donald die Regierung regelmäßig mit Schmiergeldern gefügig gemacht hatte bzw. selbst durch Strohfirmen Geld kassierte. Zwar wurde er nie selbst angeklagt, doch sein Ruf war so stark geschädigt, dass Mc Donald für eine Zeit aus Chicago verschwand. In den 90er Jahren erlebte King Mike ein kurzes Comeback, ohne je wieder die alte Macht zu erringen. 1907, im Alter von 68 Jahren, starb Mc Donald – eine Legende des Glücksspiels in Chicago.
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Dezember 29th, 2008
Seit den 30er Jahren finden sich in den amerikanischen Spielfilmen Stories über die Glücksspiel-Szene. Vor allem in den Gangster-Filmen taucht dieses Motiv immer wieder auf. Eines der berühmtesten Beispiele dafür ist „Der Clou“, im Original „The Sting“. Erschienen im Jahr 1973 in der Regie von George Roy Hill, räumte der Film bei der Oscar-Verleihung 1974 gewaltig ab: Er erhielt insgesamt sieben Oscars – als bester Film, für die beste Ausstattung, das Original-Drehbuch, die Kostüme, Musik, Regie und Schnitt. Erstaunlicherweise bekam keiner der Hauptdarsteller Robert Redford und Paul Newman den begehrten Preis. Dennoch sind es vor allem diese beiden Star-Schauspieler, denen der Film seine bis heute unverminderte Ausstrahlung verdankt.
Ort des turbulenten Geschehens ist das Chicago der 30er Jahre, also die Stadt, die damals als “lawless city” galt und Tummelplatz großer Gangster und kleiner Gauner war. Zu letzteren zählt der junge Jonny Hooker (Robert Redford), der als Trickbetrüger eines Tages zufällig 11.000 Dollar erbeutet. Seinen Anteil von 3.000 Dollar allerdings verliert er sofort beim Roulette. Zu sehen ist, wie Jonny naiv in die Falle tappt und strotzend vor Selbstbewusstsein all sein Geld auf Rot setzt und dank einer Manipulation prompt Schwarz gewinnt. Doch nicht genug: Das Geld gehört einem Großen der Branche, Doyle Lonnagan, der sich sofort rächt und Hookers Partner ermordet. Hooker kann fliehen und sucht Hilfe bei Henry Gondorff (Paul Newman), einst ein berühmter Glücksspieler. Mit ihm zusammen soll der Todes des Freundes gerächt werden. Den Auftakt bildet eine Provokation des Mafia-Bosses beim Poker. Gondorff verletzt bewusst alle Spielregeln beim Poker: er erscheint angetrunken, unflätig und unbeherrscht. Letztlich gewinnt er das Spiel als der bessere Betrüger, der außerdem mit dem zuvor gestohlenen Geld seines Gegners spielt. Die eigentliche Intrige wird in Gang gesetzt, indem Lonnegan vorgegaukelt wird, dass er die Chance hat, nicht nur sehr viel Geld beim Pferdewetten zu gewinnen, sondern sich damit auch rächen zu können für die demütigende Niederlage beim Poker. Zu diesem Zweck wird ein ganzes Wettbüro samt Live-Übertragung eingerichtet, diverse Gauner fungieren als Personal und Publikum, um Lonnagan in falsche Sicherheit zu wiegen. Die Rechnung geht auf: Der Mafia-Boss ist bereit, 500.000 Dollar zu setzen. Im furiosen Finale treten dann noch FBI-Beamte auf, die Protagonisten werden erschossen und Lonnagan flieht – ohne zu bemerken, dass auch das alles nur zum Spiel dazu gehörte. Das ist der Clou.
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Dezember 21st, 2008
Zahlreiche Assoziationen erweckt in uns der Begriff „Spiel“. Man denkt an die Kindheit, an Mannschaftssportarten, Karten- und Brettspiele, Glücksspiele oder auch Theater. In jedem Falle bildet das Spiel einen Gegenpol zu Pflicht, Arbeit und Ernst. Es steht für Freude, Unterhaltung, Vergnügen und Entspannung. Ursprünglich bedeutete das Wort „Spiel“ , im althochdeutschen „spil“, „Tanzbewegung“. Auch wenn sich für die meisten Spiel-Arten, vor allem wenn es in der Gemeinschaft betriebene sind, Regeln herausgebildet haben, so ist das Spiel doch auch immer durch Improvisation, Zufall, Spontanität und Flexibilität geprägt. “Spielen ist Experimentieren mit dem Zufall“, so der romantische Dichter Novalis.
Spiele lassen sich in drei Arten unterteilen: Bewegungsspiele, das heißt die verschiedenen Ball-, Kugel-, Kegel- und Fangspiele; Ruhespiele, welche in erster Linie eine geistige Betätigung erfordern wie diverse Gesellschaft-, Karten- und Brettspiele sowie Wettkampfspiele, bei denen das sich Messen mit den Fähigkeiten anderer im Vordergrund steht.
Das Spiel in den verschiedensten Ausprägungen ist gewissermaßen so alt wie die Menschheit. In der griechischen Antike glaubte man, das die Götter das Spiel erschaffen hätten. Dem Gott Hermes wurde die Erfindung des Würfels zugeschrieben. Mit Würfeln versuchten die Menschen, den göttlichen Willen herauszufinden. Erst später war das Würfelspiel losgelöst von Magie. Auch verschiedene andere Spiele, die wir heute noch kennen, haben eine beeindruckend lange Geschichte hinter sich. Ballspiele erfreuten sich bereits in der Antike großer Beliebtheit. Die Lotterie wiederum wurde höchstwahrscheinlich erstmals praktiziert, um den Bau der chinesischen Mauer zu finanzieren. Ebenfalls im alten China entwickelte sich das Mühlespiel und Domino, während Schach im 5. Jahrhundert nach Christus in Indien kreiert wurde. Vergleichsweise jung ist das Dame-Spiel, das erstmals im 12. Jahrhundert in Frankreich gespielt wurde.
Schon bald mit Aufkommen der Spiele entstand die Verbindung zum Gewinn. Gespielt wurde zuerst um Naturalien, seit Aufkommen des Geldes dann darum. In der Antike verkörperte die Göttin Fortuna das Glück. Die Gunst der launischen Göttin musste man um jeden Preis erringen, damit das Spiel gewonnen werden kann. Glücksspiele in den verschiedensten Formen waren seit der Antike zu allen Zeiten und in allen Bevölkerungsschichten beliebt. Nicht einmal kirchliche oder staatliche Versuche, die dem Glücksspiel Grenzen setzten oder es gar gänzlich verboten, vermochten die Faszination zu brechen. Es scheint fast, dass Verbote die Lust aufs Spiel erst noch anfachten. Denn die Verbindung von Spannung und Entspannung, Kampf und Glück, Intellekt und Zufall verlockte und verlockt immer wieder.
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Dezember 21st, 2008
Das Phänomen „Glück“ faszinierte Menschen von jeher. Bereits in der Antike widmeten sich Philosophen diesem Zustand und dem Streben danach, immer wieder bis heute ist das Glück Gegenstand wissenschaftlicher, künstlerischer oder populärer Betrachtungen. Es gibt wohl nur wenige Begriffe, für die der Volksmund in allen Regionen und Sprachen der Welt vergleichbar viele Sprüche und Aussagen erfunden und verbreitet hat.Das deutsche Wort „Glück“ entwickelte sich aus dem mittelniederdeutschen „gelucke“ sowie dem mittelhochdeutschen „gelücke“. „Die Art, wie etwas endet“ oder auch „Art, wie etwas gut ausgeht“ war die Bedeutung. Demnach definierte man Glück als den günstigen, vorteilhaften Ausgang eines Ereignisses. In erster Linie wurde Glück als eine Art Geschenk begriffen, für das kein eigenes Zutun zwingend erforderlich sei. Somit wurden Glück und Zufall in Verbindung gesetzt. Aber letztlich beschäftigte die Phantasie der Menschen stets, wie diesem Zufall und damit dem Glück nachgeholfen werden kann. Seit Jahrhunderten glauben die Menschen an Glücksbringer bzw. Glückssymbole. Im deutschsprachigen Raum zählen dazu das vierblättrige Kleeblatt, das Hufeisen, das Schwein, wodurch der Spruch „Schwein haben“ abstammt, der Schornsteinfeger, der Glückspfennig- oder Groschen, ein Glücksstein, der Marienkäfer, die Hasenpfote und der Fliegenpilz. Zahlreiche Sprüche und Sprichwörter künden von der drängenden Frage, wie Glück zu erringen sei. “Sei selbst deines Glückes Schmied!” verweist darauf, dass jeder aktiv etwas dafür tun kann, „Scherben bringen Glück“ wiederum bejaht den Zufall. Dem Glück in der Ehe nachhelfen will man durch den Brauch, am Polterabend Geschirr zu zerschlagen. Einer der wohl bekanntesten Sprüche aber verbindet Glück und Spiel: “Pech im Spiel, Glück in der Liebe“. Da gerade im Glücksspiel der Zufall die Hauptrolle spielt, versuchen Spieler immer wieder durch mehr oder eher weniger sinnvolle Tricks, das Glück in ihrem Sinne zu lenken. So entstanden spezielle Glücksbringer für Spieler: Die Farbe Rot oder ein Hufeisen, Hasenfuß, Kleeblatt bzw. persönlichen Glücksbringer bei sich tragen, Kreuzen der Finger, Spielchips ordentlich stapeln. Pech dagegen im Spiel bringt angeblich das Zerbrechen eines Spiegels, ein Hund in der Nähe des Spieltischs oder die Farbe Schwarz. Läuft das Glücksspiel dann befriedigend, dann hat man eine „Glückssträhne“ bzw. ist ein „Glückspilz“. Selbst in unserer nüchternen, rational geprägten Zeit flüchten die Menschen sich in abergläubische Vorstellungen, um das Glück auf ihre Seite zu ziehen. Denn wer es will, findet immer wieder Bestätigung in seinem Glauben an Talismane und ähnliches. Ein Spruch jedoch bewahrheitet sich tatsächlich immer wieder: „Des einen Glück ist des anderen Leid.“
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Dezember 7th, 2008
Immer wieder in der Geschichte des Glücksspiels gibt es außergewöhnliche Spieler. Ein Mann, der durch seine sensationellen Siege schon zu Lebzeiten ein Star der Szene war, ist der Amerikaner Stu Ungar. Schon der junge Stu, 1953 in New York geboren, fiel als herausragender Gin-Rommé-Spieler auf. Dank seines fotografischen Gedächtnisses und hoher Intelligenz errang er schon als Zehnjähriger seinen ersten Sieg in einem Turnier. Ungar brach vorzeitig die Schule ab, um ausschließlich durch das Glücksspiel Geld zu verdienen. Noch immer war es Gin-Rommé, ein seit den 40er Jahren in den USA beliebtes Glücksspiel, das zu zweit ursprünglich um Schnaps gespielt wurde. Obwohl Stu Ungar die besten Gin-Rommé-Spieler New Yorks besiegte und große Gewinne dafür kassierte, häuften sich dennoch die Spielschulden. Um seinen Schuldnern zu entkommen, ging Ungar nach Miami und Las Vegas. Auch hier besiegte er alle. Es kam soweit, dass sich keine Gegner mehr fanden, auch die Betreiber der Spielcasinos beschworen ihn, nicht mehr an ihren Turnieren teilzunehmen. Stu Ungar wechselte das Spiel: Fortan bevorzugte er Hold’em Poker. 1980 erregte er Aufsehen durch den Sieg beim größten Pokerturnier der Welt, die World Series of Poker, denn er war der bis dahin jüngste Gewinner aller Zeiten. Aus diesem Grunde, aber auch, weil er deutlich jünger aussah, gab ihm die Presse den Spitznamen „The Kid“. Insgesamt gewann „The Kid“ dreimal beim World Series Poker, nach 1980 noch 1981 und 1997. Diesen Rekord hält Ungar bis heute zusammen mit Jonny Moss, einem anderen Poker-Star. Im Laufe seiner Spieler-Karriere gewann „The Kid“ die unglaubliche Summe von 3.300.000 Dollar. Trotzdem befand er sich immer wieder in akuter Geldnot und musste das Startgeld für ein Turnier mühsam zusammenleihen. Bei Pferde- und Sportwetten verlor er Unsummen, dazu kam immer mehr ein Drogenproblem. In die Schlagzeilen geriet der Star des Pokers 1990, als er während der World Series of Poker mit einer Überdosis Kokain in seinem Hotel aufgefunden wurde. Aber Stu Ungar gab nicht so leicht auf. Im Jahre 1997 feierte er ein überraschendes Comeback, indem er den ersten Platz bei der World Series of Poker gewann. Doch bald danach folgte wieder ein Absturz, Ungar verlor all sein Geld bei Wetten und für Drogen. Diverse Entzugsversuche scheiterten. 1998 starb einer der größten und begabtesten Spieler. Schon zu Lebzeiten war er eine Legende. Sein aufregendes Leben bildete den Stoff für mehrere Bücher und einen Film: High Roller: Die Stu Ungar Story.
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Dezember 2nd, 2008
Entscheidend zur Faszination des Glücksspiels trägt das Medium Film bei. Durch die Schauspieler werden bestimmte Verhaltensmuster vorgegeben, die zum Nachahmen animieren. So cool wie zum Beispiel James Bond zu spielen, ist verlockend. Bereits in der großen Zeit des Hollywood-Kinos in den 30er und 40er Jahren bildeten exklusive Casinos, in denen Poker, Roulette oder andere Glücksspiele stattfanden, den szenischen Rahmen. Diese Tradition setzte sich vor allem im amerikanischen Film fort.
Mittlerweile schon ein Klassiker, auch wegen der Filmmusik, ist „Der Clou“ von 1973. Im Mittelpunkt stehen zwei Trickbetrüger, virtuos gespielt von Robert Redford und Paul Newman, die sich zusammentun, um den größten Betrug, den sie je wagten, zu starten. Der Zuschauer wird gleichsam zum Komplizen bei einem raffiniert eingefädelten Manöver zum Ergaunern des Gewinns ihres Lebens. Aufregend von der ersten bis zur letzten Minute ist die Welt des Glücksspiels, des Pokers und der Sportwetten und ihrer Protagonisten dargestellt.
Ein Film, dessen Titel schon Programm ist, zeigt eindrucksvoll und spannend die Atmosphäre der Spielcasinos im Las Vegas der 70er: „Casino“, der 1995 in die Kinos kam. In der Regie von Martin Scorsese trat ein erlesenes Schauspielensemble auf, darunter Robert de Niro, James Wood, Joe Pecsi und in der Rolle des weiblichen Objektes der Begierde Sharon Stone. Gezeigt werden nicht nur die glanzvolle Fassade, sondern auch authentische Verstrickungen zwischen Glücksspiel und Unterwelt.
In der langen Geschichte der James-Bond-Filme finden sich auch zahlreiche Szenen, die im Spieler-Milieu angesiedelt sind. 007 selbst befand sich mehrfach in der Situation, aktiv ins Glücksspiel einsteigen zu müssen, um die Welt von einem weiteren Bösewicht zu befreien. Das jüngste Beispiel dafür ist im vorletzten James-Bond-Film „Casino Royale“ (2006) zu besichtigen, in dem Daniel Craig sein Debüt als britischer Top-Agent gab. Als sein Gegner tritt ihm Le Chiffre gegenüber, ein Bankier für Terroristen. Bond vereitelte erfolgreich ein terroristisches Komplott und bewirkte dadurch, dass Le Chiffre nicht nur sein Geld verlor, sondern auch sein Leben retten muss. Deshalb begibt Le Chiffre sich nach Montenegro, um dort im Casino Royale bei einem Turnier seine Verluste auszugleichen. Bond erhält den Auftrag, das zu verhindern. Inmitten der eleganten, exklusiven Kulisse des Spielcasinos findet das Duell am Spieltisch zwischen Le Chiffre und James Bond statt - der atemberaubend spannende Höhepunkt des Filmes.
Zweifellos wird das Glücksspiel als besonders spannender Moment oder Ausgang einer Story auch zukünftig Filmemacher inspirieren; und die Zuschauer bewundern die Coolness der Schauspieler.
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November 28th, 2008
Seit nunmehr über 40 Jahren taucht in regelmäßigen Abständen ein Held der Neuzeit im Kino auf: James Bond alias 007, Agent des britischen Geheimdienstes.
22 Filme entstanden seit 1961, dem Jahr, in dem der coole Geheimagent seine Premiere erlebte. So unterschiedlich seine Darsteller im Laufe der Jahre auch waren, einige Merkmale, Situationen und Konstellationen wiederholen sich, denn gerade dadurch erhielt sich seine Beliebtheit. Und nur so erklärt sich auch, dass selbst die alten „James-Bond“-Filme mit Erfolg immer wieder gesendet werden können. Bond findet sich immer mit extrem „bösen“ Gegnern konfrontiert, die oft die Welt bedrohen. Doch natürlich rettet sich 007 aus den ausweglosesten Situationen und damit gleich noch die Existenz der Menschheit. Eine schöne Frau an seiner Seite, dazu ein gut gekühlter Wodka Martini, eine exotische Kulisse und einen coolen Spruch auf den Lippen – so erobert 007 die Zuschauer. Ein immer wieder kehrendes Motiv sind Szenen, die im Spielcasino stattfinden, wo Bond gegen den Schurken des Films antritt und natürlich sehr elegant den Sieg erringt. Das aktuellste Beispiel dafür ist der vorletzte Bond-Film „Casino Royale“ mit Daniel Craig von 2006. Auf dem Höhepunkt der Story besiegt Bond seinen dämonischen Gegner Le Chiffre in einem nervenaufreibenden Duell. Ein weiteres Beispiel für eine Spielszene mit weitreichenden Folgen findet sich in „Goldfinger“ (1964), wo Bonds Widersacher Auric Goldfinger, gespielt von Gert Fröbe, beim Gin Rummy betrügt mithilfe seiner Sekretärin. Als diese dem Charme Bonds in Gestalt von Sean Connery erliegt, endet sie als goldüberzogene Leiche. 1971, in „Diamantenfieber“, verschlug es Agent 007, wieder verkörpert von Connery, bei der Verbrecherjagd um den Erdball nach Las Vegas, wo er beim Roulette – wie sollte es anders sein – gewinnt. Nochmals, zum letzten Mal spielte Sean Connery den britischen Geheimagenten 1984 in „Sag niemals nie“. Einer seiner Kontrahenten ist Largo, dargestellt von dem Österreicher Klaus Maria Brandauer. Dieser fordert Bond zu einem von ihm selbst kreierten Computerspiel heraus, bei dem es darum geht, die Weltherrschaft zu gewinnen. Dank seiner Coolness gelingt es Bond, das Blatt zu wenden und den Kampf zu für sich zu entscheiden. Nach Sean Connery spielte Roger Moore in sieben Filmen James Bond, und natürlich begegnete er seinen Feinden auch beim Glücksspiel. So versucht zum Beispiel in „Octopussy“ sein Widersacher Bond beim Backgammon zu betrügen. Doch Bond erweist sich als der Cleverere: Mit dessen eigenen Waffen bzw. Glückswürfeln schlägt er ihn. Zweifellos wird es, solange Bond auf der Leinwand erscheint, auch immer wieder Szenen beim Glücksspiel geben, um die Spannung und den Reiz zu erhöhen.
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November 11th, 2008
Wer an Glücksspiel denkt, dem fällt in Deutschland wahrscheinlich zuerst Baden-Baden, Bad Homburg oder Wiesbaden ein, in Europa Monte Carlo, aber weltweit wird es mit Gewissheit Las Vegas sein, das als Inbegriff einer Stadt für Glücksspieler gilt. Gegründet wurde dieser Ort bereits 1854, ursprünglich von Mormonen. Doch der entscheidende Startschuss für das rasante Anwachsen der Stadt fiel 1931 mit der Legalisierung des Glücksspiels in Nevada. Anfang der 40er Jahre dann entstand das erste große Hotel mit Spielcasino.
Ebenfalls in diesen Jahren dann stieg der Einfluss der Cosa Nostra, die viele Hotels und Casinos kontrollierte. Große Teile der Einnahmen landeten so in den Händen von Gangstern. Dennoch waren die 50er und 60er Jahre eine Zeit des Glamours, zu dem Künstler wie Elvis Presley, Frank Sinatra, Sammy Davis Jr. und Dean Martin entscheidend beitrugen. Neben den Spielcasinos lockten große Shows und Vergnügungslokale aller Couleur die Besucher an. In den 70er und 80er Jahren strömten zwar immer noch die Touristen nach Las Vegas, aber der Glanz der vergangenen Tage war verblasst, allgemein galt die Stadt als heruntergekommen.
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Tags: berühmte Glücksspieler, Las Vegas, Spielcasinos
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November 7th, 2008
Es existiert wohl kaum ein gelungeneres literarisches Werk über Freuden und Abgründe des Glücksspiels als den Roman „Der Spieler“ von Fjodor Michailowitsch Dostojewski. Dieses Buch schildert zum einen den seelischen Verfall des jungen Ich-Erzählers, seinen Absturz in die Spielsucht. Aber auch die anderen Protagonisten bewegen sich im Umfeld des Glücksspiels – voller Hoffnung auf Gewinn, fasziniert von den unendlichen Chancen, der schillernden Atmosphäre, aber immer am Rande des Abgrunds.
Zu den Profiteuren zählt zum Beispiel die junge Französin Blanche, die sich seit Jahren von erfolgreichen Spielern aushalten lässt und außerdem Geld an glücklose Spieler gegen hohe Zinsen verleiht. In dem Moment, wo der Ich-Erzähler einen außergewöhnlich hohen Gewinn beim Roulette erzielte, schenkt sie ihm ihre Gunst und sorgt dafür, dass das Geld zum größten Teil in ihre Taschen fließt. Auf dem Höhepunkt des Romans erlebt der Leser, wie eine reiche alte Dame aus Russland erstmals ein Spielcasino betritt und binnen weniger Stunden vom Spielfieber ergriffen wird und Riesensummen verliert. Keinem aus ihrem Umkreis gelingt es, mit vernünftigen Argumenten zu ihr durchzudringen.
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Tags: Der Spieler, Dostojevski, Geschichten des Glücksspiels, Spielsucht
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